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Rentabilität

Eigenkapitalrendite (ROE)

Zeigt, wie effektiv das Eigenkapital eingesetzt wird.

Formel

ROE = Jahresüberschuss / Eigenkapital × 100

Was ist Eigenkapitalrendite (ROE)?

Die Eigenkapitalrendite (Return on Equity) zeigt, wie effektiv ein Unternehmen das eingesetzte Eigenkapital nutzt, um Gewinne zu erzielen.

Eine hohe ROE deutet auf effizientes Management hin, kann aber auch durch hohe Verschuldung (Leverage) entstehen. Deshalb sollte die ROE immer im Zusammenhang mit dem Verschuldungsgrad betrachtet werden.

Die ROE ist besonders für Aktionäre relevant, da sie direkt misst, welche Rendite auf das von ihnen bereitgestellte Kapital erwirtschaftet wird.

Warum ist das wichtig?

Für Aktionäre und Investoren ist die ROE die wichtigste Rentabilitätskennzahl, da sie zeigt, wie profitabel ihr eingesetztes Kapital arbeitet. Eine konstant hohe ROE ist ein starkes Signal für Qualitätsunternehmen.

Warren Buffett betrachtet die ROE als eine seiner Schlüsselkennzahlen bei der Aktienauswahl. Unternehmen mit einer nachhaltigen ROE über 15% gelten als erstklassig.

Die ROE hilft auch dem Management, die Kapitalstruktur zu optimieren: Mehr Fremdkapital kann die ROE steigern (Leverage-Effekt), erhöht aber gleichzeitig das Risiko.

Berechnung Schritt für Schritt

1

Ermittle den Jahresüberschuss (Nettogewinn) aus der Gewinn- und Verlustrechnung — nach Steuern und Zinsen.

2

Bestimme das Eigenkapital aus der Bilanz. Verwende idealerweise das durchschnittliche Eigenkapital (Anfang + Ende des Jahres / 2).

3

Berechne: ROE = Jahresüberschuss / Eigenkapital × 100.

4

Für eine tiefere Analyse nutze die DuPont-Zerlegung: ROE = Umsatzrendite × Kapitalumschlag × Eigenkapitalmultiplikator.

Praxisbeispiel

Ein Unternehmen mit 500.000 € Eigenkapital erwirtschaftet einen Jahresüberschuss von 75.000 €.

ROE = 75.000 / 500.000 × 100

ROE = 15%

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Vergleich mit Benchmarks

Interpretation & Tipps

Eine ROE von 15% oder mehr gilt in den meisten Branchen als sehr gut. Werte unter 8% deuten darauf hin, dass das Eigenkapital nicht effizient eingesetzt wird.

Vorsicht bei sehr hoher ROE: Werte über 30% können durch extremen Leverage (hohe Verschuldung) entstehen. Prüfe immer den Verschuldungsgrad parallel.

Die ROE schwankt stark zwischen Branchen: Technologieunternehmen erreichen oft 20-30%, während Versorger bei 8-12% liegen. Vergleiche immer innerhalb der Branche.

Benchmarks & Richtwerte

Schwach

< 8%

Durchschnitt

8–15%

Exzellent

> 15%

Häufige Fehler

Leverage-Effekt übersehen: Eine hohe ROE durch exzessive Verschuldung ist kein Zeichen von Stärke, sondern von Risiko.

Einmaleffekte nicht bereinigen: Sondergewinne (z.B. Verkauf einer Tochtergesellschaft) verzerren die ROE massiv.

Negatives Eigenkapital ignorieren: Bei negativem Eigenkapital ist die ROE-Berechnung nicht aussagekräftig.

Nur ein Jahr betrachten: Die ROE sollte über mindestens 3-5 Jahre analysiert werden, um Trends zu erkennen.

Die ROE sollte immer zusammen mit dem Verschuldungsgrad und der Eigenkapitalquote analysiert werden. Die DuPont-Zerlegung verbindet ROE mit Umsatzrendite und Kapitalumschlag.

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