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Rentabilität

Deckungsbeitrag

Umsatz abzüglich variabler Kosten — zeigt, wie viel zur Deckung der Fixkosten beiträgt.

Formel

DB = Umsatz − variable Kosten

Was ist Deckungsbeitrag?

Der Deckungsbeitrag ist die Differenz zwischen Umsatzerlösen und variablen Kosten. Er zeigt, wie viel ein Produkt oder eine Dienstleistung zur Deckung der Fixkosten und zum Gewinn beiträgt.

Man unterscheidet den Stückdeckungsbeitrag (pro Einheit) und den Gesamtdeckungsbeitrag. Ist der Gesamtdeckungsbeitrag höher als die Fixkosten, macht das Unternehmen Gewinn.

Die Deckungsbeitragsrechnung ist ein zentrales Werkzeug der Kostenrechnung und hilft bei Preisentscheidungen, Make-or-Buy-Analysen und der Sortimentsoptimierung.

Warum ist das wichtig?

Der Deckungsbeitrag hilft bei der Preisfindung: Solange ein Produkt einen positiven Deckungsbeitrag liefert, trägt es zur Fixkostendeckung bei — selbst wenn der Vollkostenpreis nicht erreicht wird.

Für die Sortimentspolitik ist er unverzichtbar: Produkte mit niedrigem Deckungsbeitrag können durch solche mit hohem DB ersetzt werden.

Berechnung Schritt für Schritt

1

Ermittle den Verkaufspreis pro Einheit (netto).

2

Bestimme die variablen Kosten pro Einheit: Material, Fertigungslöhne, variable Gemeinkosten.

3

Berechne den Stückdeckungsbeitrag: Preis − variable Kosten pro Stück.

4

Für den Gesamtdeckungsbeitrag: Stückdeckungsbeitrag × Absatzmenge.

Praxisbeispiel

Ein Produkt wird für 50 € verkauft. Die variablen Kosten betragen 30 € pro Stück bei 10.000 Stück Absatz.

DB/Stück = 50 − 30 = 20 € Gesamt-DB = 20 × 10.000

Gesamt-DB = 200.000 €

Selbst berechnen

EBITDA-Marge Rechner

EBITDA

350.000

EBITDA-Marge

35.0%

Vom Umsatz zum Gewinn

Interpretation & Tipps

Ein positiver Deckungsbeitrag bedeutet, dass das Produkt zur Fixkostendeckung beiträgt. Selbst bei einem DB von nur 1 € lohnt sich die Produktion kurzfristig.

Die Deckungsbeitragsintensität (DB/Umsatz) zeigt, welche Produkte relativ am meisten beitragen.

Benchmarks & Richtwerte

Kritisch

DB negativ

Akzeptabel

DB-Marge 20–40%

Stark

DB-Marge > 40%

Häufige Fehler

Fixkosten als variable Kosten behandeln: Miete und Gehälter sind Fixkosten und gehören nicht in die DB-Rechnung.

Kurzfristiges Denken: Ein negativer DB rechtfertigt das Stoppen der Produktion nur, wenn keine Fixkosten-Bindung besteht.

Sprungfixe Kosten ignorieren: Ab bestimmten Mengen steigen Fixkosten sprunghaft (z.B. zweite Schicht).

Der Deckungsbeitrag ist eng mit der Bruttomarge verwandt. Zusammen mit den Fixkosten ergibt sich die Break-Even-Analyse und letztlich die Umsatzrendite.

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